Programm 2026

Montag, 10. August

Aus dem äußersten Norden (Eröffnungskonzert)

20:00–21:45 · Helligåndskirken

Das Eröffnungskonzert dieses Jahres führt uns bis an den nördlichsten Horizont des Reichsgemeinschaftsgebiets – von den seltsamen Fabeln des Mittelalters bis hin zu grönländischem Gesang voller Nähe und Gewicht.

Im ersten Teil nähern wir uns der modernen Welt aus uralten Zeiten. Der Ars-Nova-Komponist Philippe de Vitry (1291–1362) vertont eine eigentümliche Erzählung aus dem 14. Jahrhundert, Roman de Fauvel: Ein Esel wird Papst und mächtigster Mann der Welt. Eine unheilvoll ahnende Parallele zu unserer Zeit?

Gemeinsam mit dem preisgekrönten Geschichtenerzähler Jacob Slaatto erschafft das Duo Slaatto/Reinecke ein farbenreiches Universum, gefolgt von Improvisationen über grönländische Gedanken und Motive – im Moment geschaffen von Ida Bach Jensen und Anette Slaatto.

Der zweite Teil des Konzerts öffnet sich nach Grönland, und der „Troubadour aus Grönland“, Rasmus Lyberth, nimmt uns in einem intensiven, nahbaren Konzertformat mit in seine Gesangswelt. Zusammen mit seinem Quartett entfalten sich die Lieder im Zusammenspiel von Stimme, Klavier, E-Gitarre und Violine. Es ist Musik, die Natur, Sprache und Erinnerung in sich trägt – und zugleich schlicht, rau und tief poetisch sein kann.

Programm:

Philippe de Vitry: Balladen und Virelais (arr. für Violine, Kontrabass und Geschichtenerzähler)

Ida Bach Jensen & Anette Slaatto: Improvisationen über grönländische Melodien und Motive

Rasmus Lyberth Quartett: Lieder aus Grönland

Mitwirkende:

Helge Slaatto, Violine

Frank Reinecke, Kontrabass

Jacob Slaatto, Geschichtenerzähler

Ida Bach Jensen, Kontrabass

Anette Slaatto, Bratsche

Rasmus Lyberth Quartett: Rasmus Lyberth, Gesang und akustische Gitarre · Kristoffer Jul, Klavier · Simon Krebs, E-Gitarre · Jane Clark, Violine

Dienstag, 11. August

Grönländischer Gesang & dänisches Möwengeschrei

17:00 – 18:00 · AL Sydbank Hvide Sande

Der Tradition folgend lassen wir die Musik mitten in der Stadt erklingen – ganz nah am Alltag und am Hafenleben. Dieses Nachmittagskonzert ist zu einem festen Treffpunkt während des Festivals geworden: ein kostenloses, volksnahes und nahbares Musikerlebnis, bei dem das Publikum den Künstlern ganz nahe kommt.

Im Mittelpunkt steht erneut Rasmus Lyberth, der mit seiner warmen Erzählkraft und seinem besonderen Klang Grönlands Gesangstradition mit einem intimen Konzertformat verbindet. Diesmal entfaltet sich die Musik in einer reinen Duo-Begegnung zwischen Stimme, akustischer Gitarre und Klavier – und wenn das Wetter mitspielt, findet alles unter freiem Himmel statt, wo Möwengeschrei und der Wind von der Nordsee Teil der Atmosphäre werden.

Kommen Sie, wie Sie sind, und genießen Sie eine intensive musikalische Pause in der Stadt.

Das Konzert ist kostenlos – wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Hinweis: Findet das Konzert im Freien statt, werden die Treppen der Bank genutzt.

Programm:

Lieder aus Grönland

Mitwirkende:

Rasmus Lyberth Duo: Rasmus Lyberth, Gesang und akustische Gitarre · Kristoffer Jul, E-Piano

Dienstag, 11. August

Von barocken Tänzen zu ungarischen Spielleuten

20:30–21:30 · Lyngvig Kirke

Im stimmungsvollen Raum der Lyngvig Kirche bietet der Abend ein Programm, in dem barocke Spannung auf ungarisches Feuer trifft. Hier stehen die Streicher ganz dicht beieinander – wie ein kammermusikalisches „Team“, in dem Virtuosität, Rhythmus und Klangfarben ganz klar hervortreten dürfen.

Bartóks Duos bringen uns nah an das Rohe, Spielerische und Folkloristische – Musik, die nach Tanz, Landschaft und Temperament duftet. In der Mitte des Programms wird die Uraufführung von Lasse Thoresens Tosomt II präsentiert, ein zeitgenössisches nordisches Gegenstück.

Der Abend klingt aus mit Kodálys Serenade für zwei Violinen und Bratsche – ein Werk voller Wärme und melodischer Glut.

Programm:

J.S. Bach: 3. Suite (arrangiert für Bratsche)

Arcangelo Corelli: La Follia für Violine und Kontrabass

Béla Bartók: Duos für zwei Violinen (Auswahl)

Zoltán Kodály: Serenade (für zwei Violinen und Bratsche)

Mitwirkende:

Bjarne Hansen, Violine

Helge Slaatto, Violine

Anette Slaatto, Bratsche

Frank Reinecke, Kontrabass

Mittwoch, 12. August

Virtuosität & klassische Highlights

20:00–21:30 · Helligåndskirken

Am Mittwochabend bündeln wir klassische Schwere und kammermusikalische Souveränität in einem Programm, in dem die Instrumente mit ihrem ganzen Register sprechen dürfen – von barocker Eleganz bis zu Beethovens großen Linien. Der Abend eröffnet mit Beethovens 6 Ländlerische Tänze für Violine, Bratsche und Kontrabass. Danach werfen Jonathan Slaatto und Frank Reinecke Licht auf die Virtuosität des Barock in Jean-Baptiste Barrières Duo, in dem Energie und Präzision Hand in Hand gehen.

Die Uraufführung des Abends ist das Werk des norwegischen Komponisten Lasse Thoresen Tosomt II für Violine und Kontrabass.

Anschließend ist es eine besondere Freude, den schwedisch-kolumbianischen Klavierstar Melissa Jacobsen-Velandia in ihrem Late-Summer-Festival-Debüt zu präsentieren. Sie spielt Albéniz’ Asturias, bevor sie gemeinsam mit Ylva Larsdotter, einer der geschätzten Persönlichkeiten des Festivals, das Konzert mit Beethovens Kreutzer-Sonate beschließt.

Programm:

Ludwig van Beethoven: 6 Ländlerische Tänze

Jean-Baptiste Barrière: Duo (für Cello und Kontrabass)

Lasse Thoresen: Tosomt II (für Violine und Kontrabass) – Uraufführung

Isaac Albéniz: Asturias (für Klavier solo)

Ludwig van Beethoven: Kreutzer-Sonate op. 47 (für Violine und Klavier)

Mitwirkende:

Helge Slaatto, Violine

Anette Slaatto, Bratsche

Jonathan Slaatto, Cello

Frank Reinecke, Kontrabass

Ylva Larsdotter, Violine

Melissa Jacobsen-Velandia, Klavier

Donnerstag, 13. August

Bach in neuem Gewand: Barock trifft Jazz

20:00 – 21:15 · Hvide Sande Sportsfisker Center

Der Donnerstagabend wird zu einer Begegnung mit Musik in ganz besonderen Räumlichkeiten. Während das Licht über Fjord und Nordsee fällt, verwandelt sich das Sportsfisker Center in eine Bühne, auf der barocke Klarheit und die Jazzenergie der Gegenwart miteinander verschmelzen.

Niklas Walentin und sein Jazzquartett treten erstmals beim Festival auf und präsentieren eine spannende Fusion aus Bach und moderner Jazzimprovisation. Das Programm erhält auch eine dänische Note, wenn Klassiker wie Jacob Gades Tango Jalousie Seite an Seite mit dem barocken Ausgangspunkt stehen dürfen.

Hinweis: Das Konzert findet in einem authentischen und rauen Ambiente statt – Sie sitzen auf Fischkisten. Bringen Sie ggf. Decken und ein Kissen mit.

Programm:

Jazzimprovisationen über Bachs Solosonate Nr. 1 in g-Moll

Jacob Gade: Tango Jalousie u. a.

Mitwirkende:

Niklas Walentin Jazzquartett: Niklas Walentin, Violine · Snorre Kirk, Schlagzeug · Anders Fjelsted, Bass · Filip Ekestubbe, Klavier

Freitag, 14. August

Schwedische Stars & hinreißendes Brahms-Ensemble (Abschlusskonzert)

20:00–21:45 · Helligåndskirken

Das Festival endet mit einem Star-Treffen zwischen drei der prägenden Musiker Schwedens und einem der beliebtesten kammermusikalischen Werke der Romantik.

Der erste Teil kreist um Bach als klanglichen Ausgangspunkt und musikalischen Spiegel: kurze Sätze in neuem Gewand, Soloeinlagen, die auf das Wesentliche zielen, und Kodálys Duo, in dem Violine und Cello sich mit Kraft, Virtuosität und Innigkeit ineinander verweben.

Nach der Pause entfaltet sich Brahms’ Klavierquartett in g-Moll mit dem ungarisch inspirierten Schlusssatz wie ein großes Finale – ein Werk, das zugleich dunkel und tänzerisch, dramatisch und verführerisch ist.

Wenn Anette Slaatto zu den drei schwedischen Stars stößt, verdichtet sich der Abend zu einem warmen, intensiven und virtuosen Schlusspunkt, der Thema und Vielfalt des Festivals in einem letzten, hinreißenden Konzerterlebnis zusammenführt.

Programm:

J.S. Bach: Ausgewählte Inventionen (arr. für Violine und Cello)

Donnacha Dennehy: Unfurling (für Solo-Cello)

Moses Pergament: Chaconne – hommage à Bach (für Solo-Violine)

Zoltán Kodály: Duo für Violine und Cello

Johannes Brahms: Klavierquartett in g-Moll op. 25

Mitwirkende:

Ylva Larsdotter, Violine

Jakob Koranyi, Cello

Melissa Jacobsen-Velandia, Klavier

Anette Slaatto, Bratsche


Das Programm kann sich noch ändern.
Überzählige Karten können am Eingang erworben werden.